Veränderungen als Chance nutzen

  • 20. April 2023

Waren früher die Herausforderungen und Krisen auf kleine Gruppen in der Gesellschaft oder einzelne Unternehmen bzw. Branchen begrenzt, so umfassen sie jetzt große Teile der Gesellschaft. Drohende Blackouts, die Pandemie, der Krieg in Europa, die Inflation, der Fachkräftemangel, etc. betreffen fast alle Bereiche der Wirtschaft und Verwaltung. Sie erzeugen bei vielen Menschen Ängste und in den Familien auch oft Konflikte, die bisher so noch nicht bekannt waren.

Durch die Zeiten des „Homeoffice“ und der erst kürzlich offiziell beendeten Pandemie, sind einige Gepflogenheiten in Unternehmen „aus der Mode“ gekommen. Dazu kommt, dass man immer noch nicht so gerne in die „Kaffeerunden“ gehen möchte. Besprechungen werden gerne am Arbeitsplatz  aber in Online-Meetings abgehalten. Und einige Kollegen haben jetzt permanent einen Homeoffice-Arbeitsplatz.

Wie kann der Vorgesetzte seine Mitarbeiter jetzt führen? Wo bleiben die sozialen Kontakte und die „Flurgespräche“ mit denen man mal schnell die eine oder andere kleine Herausforderung mit dem Kollegen oder der Kollegin besprechen kann?

Es bedarf keiner großen Kreativität um die neuen Herausforderungen für die Vorgesetzten erkennen zu können. Situationen und Konstellationen entstehen, mit denen wir in der Vergangenheit noch nicht viele Erfahrungen sammeln konnten.

Die Führungskräfte stehen jetzt vor Situationen und Entwicklungen, die sie erst einmal erkennen und dann lösen dürfen. Wie führe ich mein Team im Homeoffice bzw. „Hybrid“? Wie halte ich die Teammeetings ab?  Kann ich sie über Onlinemeetings denn genauso effizient gestalten?  Wieso machen vielen Kollegen ihre Kameras nicht an? Mir wurde berichtet, dass in den Onlinemeetings teilweise über 50% der Teilnehmer ihre Kamera nicht eingeschalten haben. Oft mit der Begründung, dass sie nicht möchten, dass die Kollegen sehen wie ihre Wohnung „aussieht“ und was gerade in den Wohnungen für Aktivitäten stattfinden. Und auch den Persönlichkeitsschutz der Familienmitglieder gilt es zu wahren.

Jetzt kommt es darauf an, dass die Vorgesetzten sich in die Situation der Mitarbeiter hineinversetzen können. Sie benötigen viel Empathie und auch Toleranz. Doch wie weit kann die Toleranz für die persönlichen Situationen akzeptiert werden? Wann beinträchtigen sie die Leistungserbringung in dem Unternehmen oder der Verwaltung?

Es gilt nur zu hoffen, dass die Erfahrungen thematisiert und ausgetauscht werden und wir wieder mehr zu dem „wie machst du es denn?“ kommen. Auch über die Führungsebenen hinaus dürfen die Herausforderungen überhaupt erst einmal erkannt und dann thematisiert werden. Dazu bedarf es einer offenen und vertrauensvollen Kommunikation.

Nutzen wir diese herausfordernde Zeit als Chance für mehr Miteinander und Kreativität in der Führung und dem Blick auf den Mitarbeiter und Kollegen. Denn spätestens der fortschreitende Fachkräftemangel wird uns zu weiteren Anpassungen in der Kommunikation und der Führungskultur zwingen.

Einige gute Ansätze konnten wir mit Hilfe von Erkenntnissen aus den Neurowissenschaften und der Gehirnforschung schon entwickeln. Hast du ein Interesse daran, dich mit uns darüber auszutauschen und dir vielleicht den einen oder anderen Impuls abzuholen?

Schreib uns gerne an oder teile uns auch einfach deine Erfahrungen mit.